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11.11.2021  Miriam
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Spritpreis-Wahnsinn an der Zapfsäule – Wie Elektrofahrzeuge profitieren

Bei den aktuellen Spritpreisen staunen Autofahrer jeden Tag aufs Neue. Die Fahrt an die Zapfsäule schmerzt schon ordentlich im Geldbeutel. Doch woher kommt diese deutliche Preissteigerung? Vom einstigen Tiefpreis zum aktuell höchsten sind nur knapp 1,5 Jahre vergangen. Nachdem durch die globale Coronakrise und den Rückgang der Produktionen der Bedarf und der Preis sanken, schraubt nun die wieder verstärke Nachfrage den Erdölpreis in die Höhe. Schuld daran ist die eingeführte CO2-Steuer welche aktuell knapp 8 Cent pro Liter obendrauf bedeuten. Bedenken müssen Verbraucher:innen hier zusätzlich, dass die Bepreisung jedes Jahr teurer wird. Als weiterer Faktor kann noch die langsame Förderung genannt werden, die dieses Jahr weiterhin unter dem globalen Bedarf liegen wird. Durch den so entstehenden Nachfragerückstau ist der Erdölpreis auf das jetzige Niveau gestiegen.

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Wie profitieren Elektrofahrzeuge?

Auch wenn Strom- und Energiepreise in aller Munde sind: Elektrofahrzeuge profitieren vom Preiskampf rund um Erdöl und die steigenden Spritpreise. Anders als in anderen Ländern, sind die Verbraucher:innen in Deutschland durch entsprechende Gesetze von zu hohen Steigerungen beim Strompreis geschützt. In der Regel werden diese Steigerungen verzögert weitergegeben. Wie auch beim Erdöl, entfällt aber auch hier das meiste auf die Steuern. Insgesamt kommen mehr als 50% an Abgaben auf die eigentliche Lieferung des Stroms hinzu. Diese Abgaben setzen sich aus Stromsteuer/Ökosteuer, Mehrwertsteuer, EEG-Umlage, Umlage nach § 19 StromNEV, Offshore-Netzumlage, Umlage für abschaltbare Lasten und Konzessionsabgabe zusammen. Mit dem Regierungswechsel und neuen Regulierungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, wird beim Thema Elektromobilität hoffentlich ordentlich Fahrt aufgenommen werden. Schon jetzt satteln immer mehr Autobauer auf die Produktion von Elektrofahrzeugen um und entwickeln ganzheitliche und nachhaltige Konzepte für den Klimaschutz. Je mehr Signale durch die Industrie gesetzt werden, desto höher wird auch der Druck auf die Regierung, diese entsprechend zu unterstützen und die Entwicklungen voranzutreiben. Die EEG-Umlage zum Beispiel, war ein fester Bestandteil im diesjährigen Wahlkampf und sollte sie wegfallen, kann sich das Preisgefüge in eine für den Verbraucher:innen günstigere Lage verschieben. Durch die Diskussion rund um das Aus für Verbrennungsmotoren könnte eine neue grundsätzliche Debatte über fossile Energien und hoffentlich auch über Elektromobilität entfachen.

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Die Entwicklungen der letzten zwei Jahre im Bereich Elektromobilität wirkt sich schon jetzt auf unterschiedlichste Branchen aus. Nicht nur die Automobilindustrie richtet sich neu aus, sondern auch die Stromanbieter. Mit zunehmendem Ausbau der Ladeinfrastruktur, auch in privaten Haushalten, bieten inzwischen zahlreiche Stromanbieter verschiedene Tarife für entsprechende Verbrauchergruppen an. Für die öffentlichen Ladestationen gibt es ebenfalls verschiedene Anbieter und Ladekarten. Ein genauer Blick lohnt sich vor allem aber auch für private Haushalte. Denn durch den nächtlichen Stromüberschuss kann meist nachts günstiger geladen werden als tagsüber. Da an der heimischen Haushaltssteckdose oder Wallbox mit etwas weniger Leistung geladen wird, dauert der komplette Ladevorgang der Batterie länger als an einer Schnellladestation. Daher eignet sich die Nacht besonders gut für den heimischen Ladevorgang des Elektrofahrzeugs. Denn im Schnitt benötigt der Akku ca. 10 Stunden, bis er vollständig geladen ist.

Was kostet eine Ladung pro 100km?

 

Das ist wohl die Frage aller Fragen, die sich Verbraucher:innen vor der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs stellen. Ähnlich wie bei Verbrennern, spielen hier einige wichtige Faktoren eine Rolle. Hierzu zählen neben dem Fahrzeugtyp (Größer = schwerer = höherer Verbrauch) auch das eigene Fahrverhalten und die Witterungsverhältnisse. Was den Elektrofahrzeugen zugutekommt, und beim Verbrauch auf das Energiekonto einzahlt ist außerdem die sogenannte Rekuperation (Energierückgewinnung). Hierbei wird bspw. die beim Bremsen oder Anfahren entstandene Energie in die Batterie zurückgeleitet.
Beim Thema Kosten kommt es neben den oben genannten Faktoren auch auf die Art und den Ort des Ladens an. Klingt vielleicht erstmal kompliziert, ist es aber nicht. Unterschieden werden muss hier zwischen dem „normalen“ Laden und dem „Schnellladen“. Wer schneller Laden möchte, nutzt dafür Gleichstrom (DC) und muss an den entsprechenden Ladestationen dafür etwas mehr hinlegen. Je nach Anbieter der Station und entsprechendem Tarif kann es hier Unterschiede geben. Wer sein Elektrofahrzeug Zuhause laden möchte, sollte nach Stromanbietern mit einem entsprechenden Tarif Ausschau halten.
Im Schnitt kosten 100km elektrisches Fahren zwischen 8 und 14€. Auch bei schwankenden Energiepreisen, schont das Fahren von Elektrofahrzeugen nicht nur den Geldbeutel nachhaltig, sondern tut auch der Umwelt gut. Bei einem Preis von 30 – 40 Cent pro Kilowattstunde kommen Verbraucher:innen günstiger weg als bei einer Tankfüllung mit Benzin oder Diesel.

 

Beispielrechnung:


Benzin: Ein Golf 8 verbraucht auf 100 km ca. 8,5 Liter Benzin. Bei dem aktuellen Spritpreis um die 1,70€ pro Liter bedeutet das, je nach Schwankung, knapp 15€. Tankt man den Golf voll (45 Liter) ist man mit ca. 76€ dabei. 


Elektro: Ein Golf ID.3 verbraucht auf 100 km ca. 17,5 Kilowattstunden (kWh). Bei einem Kilowattpreis um die 32 Cent, kostet die Ladung, je nach Schwankung des Strompreises, ca. 4,50€. Bei einem Golf ID.3 mit einer Batteriekapazität mit 58 kWh kostet das komplette Laden der Batterie ca. 18,60€.

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Was bringt die Zukunft? 


Die Situation an den Zapfsäulen ist angespannt und das Warten auf den Regierungswechsel sorgt auf kurze Sicht auch nicht für Entspannung. Weder bei den Preisen für Benzin und Diesel noch, wenn es um Elektromobilität geht. Zwar stehen die Zeichen anhand der Äußerungen der Parteien auf grün aber gerade private Verbraucher:innen benötigen auch künftig starke Signale von den Regierungsparteien. So wurde die Förderung für Wallboxen in privaten Haushalten nach zweimaliger Erhöhung (Seit Start im November 2020) nun gestoppt. Der Fördertopf war mit gut 800.000€ gut gefüllt ist nun aber erschöpft. Es ist noch unklar, ob hier noch mal aufgestockt wird. Ebenfalls gedämpft wird die vom Bund finanzierte Innovationsprämie. Hier gab es beim Kauf eines Elektrofahrzeugs bislang 3000€ als Förderung. Die am 31. Dezember 2021 auslaufende Prämie war für viele Verbraucher:innen ein guter Anreiz für die Anschaffung eines E-Autos und den Wechsel zur Elektromobilität. Die Innovationsprämie ist Teil einer dreiteiligen Elektroautoprämie, die sich aus Förder- und Innovationsprämie und einer Prämie des Herstellers zusammensetzt (6000€ + jeweils 3000€). Interpretiert man die Aussagen des Wirtschaftsministeriums, könnten die Autofahrer:innen noch mit einem blauen Auge davonkommen. Darin heißt es, dass die Verlängerung der Prämie an neue Bestimmungen bezüglich der Reichweite für Plug-in-Hybride gekoppelt sein könnte. Derzeit erhalten diese eine Förderung, wenn sie eine elektrische Reichweite von 40km haben. Damit diese auch weiterhin von der Prämie profitieren und diese erhalten, soll die Reichweite eventuell auf 60km erhöht werden. Aber noch ist nichts in Stein gemeißelt und hieraus resultiert demnach auch die Unsicherheit in der Elektromobilitätsbranche und bei den Verbrauchern. 


 
Es bleibt also spannend! 

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