Neuregelung des Umweltbonus für E-Autos bringt die Strategie der Elektromobilität ins Wanken – Gewerbekunden müssen sich beeilen

28.07.2022  Konstantin
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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz richtet die Förderung von Elektrofahrzeugen neu aus. Ab 1. Januar 2023 soll die Förderung von E-Autos sich nur noch auf Fahrzeuge konzentrieren, die nachweislich einen positiven Klimaschutzeffekt haben. Das bedeutet konkret, dass die Förderung – der sogenannte Umweltbonus – ab 1. Januar 2023 auf batterie- und brennstoffzellenbetriebene Fahrzeuge konzentriert wird.

So sieht der Umweltbonus ab 2023 für E-Fahrzeuge aus:

Der Kauf von reinen Elektroautos wird (batterie- oder brennstoffzellenbetrieben) ab Januar 2023 je nach Kaufpreis mit 3.000 (Nettolistenpreis zwischen 40.000 und 60.000 Euro) bis 4.500 Euro (Nettolistenpreis bis 40.000 Euro) bezuschusst. Ab dem 1.9.2023 wird der Kreis der Antragsberechtigten zudem auf Privatpersonen begrenzt. Für E-Autos über 45.000 EUR Nettolistenpreis entfällt der Umweltbonus ab dem 1. Januar 2024 vollständig. Die Förderung für Plugin-Hybride läuft Ende 2022 aus und wird nicht verlängert.

 

Herstelleranteil soll weiterhin bei 50 Prozent liegen

Maßgeblich für die Förderung soll auch zukünftig das Datum des Förderantrags bleiben, der die Fahrzeugzulassung voraussetzt. Bei den Fördersätzen handelt es sich jeweils um den Bundesanteil der Umweltbonus-Förderung inklusive der Innovationsprämie. Der Anteil der Hersteller soll, wie seit Einführung der Innovationsprämie, auch zukünftig 50 Prozent der Gesamt-Bundesförderung betragen und bei der Bestimmung der Gesamtförderung noch hinzukommen.

 

Neuregelung des Umweltbonus für E-Fahrzeuge bringt mehr Unruhe als Klarheit

Eindeutig geklärt ist in der neuen Regelung nicht, ob die Förderung für den Listenpreis des Basismodells (wie bisher) oder für die tatsächliche Konfiguration und den Gesamtlistenpreises gilt.

 

Weiterhin beharrt die Regelung an der Verknüpfung des Umweltbonus mit der Auslieferung des Fahrzeuges. Das bringt weiterhin Unruhe rein, da sich Kunden auch jetzt nicht sicher sein können, die Prämie zu erhalten. Viele Fahrzeuge haben eine Lieferzeit von über 12 Monaten, wodurch sich besonders Gewerbekunden nicht mehr auf den Erhalt des Umweltbonus verlassen können.

 

Mit Blick auf die langen Lieferzeiten und der Tatsache, dass die Prämie ab September 2023 nur noch für Privatpersonen gilt, müssen Gewerbe sich jetzt beeilen und kurzfristig ihre E-Autos bestellen. Da nun aber das Datum bekannt ist, fällt die Wahl einfacher aus. Denn Autos, die vor dem Ende der Förderung nicht lieferbar sind, sind keine Option mehr.

 

Neue Umweltbonus Regelung gefährdet die Strategie zur Elektromobilität in Deutschland

Alles in allem ist der Vorschlag zur Neuregelung vernichtend für den Fortschritt der Elektromobilität in Deutschland. Um die äußerst positive Entwicklung der Elektromobilität weiter voranzutreiben, muss die Regierung an ihrem ursprünglichen Plan, die Elektromobilität in vollem Umfang bis 2025 zu unterstützen, festhalten. Ein ständisches Hin und Her bringt keinen Fortschritt, sondern wird den Vormarsch der Elektromobilität ausbremsen.

 

Umweltbonus und Förderung für Elektrofahrzeuge im Mittelstand besonders wichtig

Besonders der Mittelstand ist auf die Prämie angewiesen, um ihre Mobilität nachhaltiger zu gestalten und auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Fällt diese zukünftig weg, werden sich die Unternehmen eher für eine wirtschaftlich attraktivere Lösung entscheiden (müssen), die im Zweifelsfall keinen alternativen Antrieb beinhaltet.