1. Was macht Echoes und welches Problem löst ihr?
Echoes verbindet Flotten direkt mit Hilfe der bereits verbauten Telematik der Fahrzeughersteller und macht sie dadurch in Echtzeit sichtbar und steuerbar. Und das sogar, ohne dass im Fahrzeug etwas installiert werden muss.
Denn das eigentliche Problem im Fuhrparkmanagement ist meist nicht der fehlende Wille zur Digitalisierung, sondern die fehlende Datenbasis: Kilometerstände werden manuell gemeldet, Standorte sind veraltet, der Fahrzeugzustand bleibt bis zur nächsten Werkstatt unklar. Echoes schließt genau diese Lücke, indem es die Daten nutzt, die im Fahrzeug ohnehin schon vorhanden sind, direkt von der Quelle und ohne Verzögerungen.
2. Wie funktioniert die Lösung technisch, und warum ist der Verzicht auf Hardware ein Vorteil?
Jedes moderne Fahrzeug verfügt über eine eigene Bordelektronik, die permanent Daten an den Hersteller sendet, zum Beispiel zu Standort, Kilometerstand oder Fahrzeugzustand. Echoes stellt über die Fahrgestellnummer eine direkte, autorisierte Verbindung zu diesen Herstellersystemen her.
Die Daten der verschiedenen Marken laufen dabei in unterschiedlichen Formaten und Strukturen ein, wir bündeln sie und übersetzen sie in ein einheitliches Format mit klaren Erkenntnissen für das Flottenmanagement. Es muss also kein zusätzliches Gerät verbaut werden, und unsere Kunden bekommen keine bloßen Rohdaten, sondern nutzbare Informationen.
Das bringt mehrere konkrete Vorteile: Fahrzeuge lassen sich remote in wenigen Minuten aktivieren statt erst nach einem Werkstatttermin, wodurch keine Ausfallzeiten und keine Installationskosten entstehen. Da die Daten direkt vom Hersteller stammen, sind sie zudem zertifiziert und zeitgestempelt, was sie auch für Audits oder Nachweise gegenüber Behörden belastbar macht. Über 30 Automobilhersteller sind bereits angebunden, darunter die großen europäischen Konzerne wie Volkswagen, Stellantis, Renault, BMW und Mercedes-Benz.
3. Wie ist die Zusammenarbeit entstanden, und warum passen die Lösungen zusammen?
Der Kontakt ist im Juni 2025 über einen gemeinsamen Partner entstanden und aus dem ersten Gespräch hat sich schnell eine echte Business-Chance ergeben. Inhaltlich passt es nämlich gut zusammen: Getyourdrive optimiert für seine Kunden Leasingverträge, kontrolliert Kilometerstände und steuert den gesamten Rückgabeprozess. All das funktioniert nur so gut wie die zugrunde liegenden Daten. Genau hier setzt Echoes an und liefert Kilometerstand, Standort und Fahrzeugzustand direkt vom Hersteller, in Echtzeit statt aus manueller Erfassung. Für Getyourdrive bedeutet das eine deutlich verlässlichere Grundlage für Kostenreports, Vertragsoptimierung und Rückgabemanagement.
Das Besondere an der Partnerschaft ist, dass Getyourdrive Echoes nicht nur weiterempfiehlt, sondern selbst aktiv nutzt. Somit ist Getyourdrive gleichzeitig Kunde und Partner. Das gibt ein Gefühl aus erster Hand dafür, wo Livedaten im Alltag eines Fuhrparkmanagers wirklich einen Unterschied machen. Über CarCollect gibt Getyourdrive diese Erfahrung und die Daten direkt an die eigenen Kunden weiter.
Für uns ist das der Idealfall einer Partnerschaft: Aus dieser Doppelrolle heraus bekommen wir direktes, ungefiltertes Feedback zu unserer Lösung, und das hilft uns, sie gezielt weiterzuentwickeln. Und somit kann auch Getyourdrive die eigenen Prozesse stetig optimieren.
4. Was sind aus eurer Sicht die größten Vorteile von Livedaten im Fuhrpark?
Die Vorteile sind zahlreich: Beim Kilometerstand fällt die manuelle Meldung durch Fahrer weg, der tatsächlich gefahrene Wert lässt sich direkt mit dem im Tacho angezeigten vergleichen, was gerade bei Leasingrückgaben oder Versicherungsfällen relevant ist.
Durch die Positionsdaten entsteht eine Live-Karte des gesamten Fuhrparks statt einer Momentaufnahme, inklusive Geofencing und automatischer Benachrichtigung bei Abweichungen von der Route. Zudem lassen sich beim State of Health Wartungen vorausschauend planen, weil der tatsächliche Fahrzeugzustand bekannt ist, statt erst beim Ausfall zu reagieren.
Und bei Tankvorgängen beziehungsweise beim Ladevorgang von E-Fahrzeugen wird der Verbrauch pro Fahrt sichtbar, was eine deutlich genauere Kostenkontrolle erlaubt als pauschale Schätzwerte.
Im Kern lässt es sich also wie folgt zusammenfassen: Kilometerstand, Standort, Zustand und Verbrauch stehen live statt verzögert zur Verfügung, und genau das macht Kosten, Planung und Nachweise im Fuhrpark belastbarer.
5. Fahrzeugdaten sind ein sensibles Thema. Wie stellt ihr sicher, dass alles DSGVO-konform läuft?
Datenschutz ist bei Echoes kein Nachgedanke, sondern Teil der Architektur. Unsere Plattform ist vollständig DSGVO-konform und die Daten werden ausschließlich in Europa gehostet. Fahrzeugdaten erheben wir nur mit dokumentierter Einwilligung des Fahrzeughalters, und die Rechte der Fahrer auf Auskunft, Berichtigung und Löschung sind jederzeit gewährleistet und lassen sich direkt über die Plattform verwalten.
Für Standortdaten gibt es zusätzlich einen Privatmodus, der die Privatsphäre der Mitarbeiter schützt. So können die Fahrer beispielsweise ihre privaten Fahrten markieren und die Standorterfassung wird für diesen Zeitraum automatisch ausgeschaltet. Und weil die Daten bei Echoes ohnehin über die offiziellen, autorisierten Schnittstellen der Hersteller kommen, bewegen wir uns durchgängig innerhalb der Sicherheitsprotokolle der Automobilhersteller.
6. Ausblick: Wohin entwickelt sich datengetriebenes Fuhrparkmanagement?
Der Trend geht klar weg von nachgerüsteter Hardware hin zu nativer Konnektivität. Je mehr Fahrzeuge ab Werk vernetzt sind, desto weniger Sinn ergibt es, zusätzliche Geräte einzubauen, die ohnehin nur einen Teil dessen leisten, was das Fahrzeug selbst schon an Daten liefert. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck, da Nachweispflichten, CO2-Reporting und Anforderungen wie die DSGVO eine Datenbasis verlangen, die lückenlos und überprüfbar ist und zudem nicht nur punktuell erfasst. Und mit steigendem Anteil an Elektrofahrzeugen wird der native Zugriff auf Reichweite, Ladezustand und Batteriegesundheit zunehmend zum Standard, weil klassische Verbrauchswerte hier gar nicht mehr ausreichen.
Für Fuhrparkmanager heißt das unterm Strich: weniger manueller Aufwand bei Beschaffung, Betrieb und Rückgabe, mehr Transparenz bei TCO-Berechnungen, und eine Datenbasis, die auch regulatorisch trägt. Wer heute in native Live-Daten investiert, ist für diese Entwicklung bereits vorbereitet.